Ing. Christina Ritter, Biobäuerin und Obfrau von BIO AUSTRIA Tirol

“Nach Grean Deal, Farm to Fork und den gesetzten Klimazielen verwundert, gelinde gesagt, der Vorschlag für die neue GAP. Besonders für die meisten unserer Tiroler Betriebe, egal ob bio oder konventionell, hat die Agrarpoltik wenig übrig.

Es ist Zeit, endlich die GAP-Strategie in eine andere Richtung zu bewegen. Derzeit bestärkt sie biobäuerlichen Familien nicht in ihrer Arbeit, sondern motiviert wohl eher die Stalltür zuzunageln. Nach 25 Jahren „größer, weiter, schneller“ gehören die Fördermittel zu jenen Betrieben, die tatsächlich den hohen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Die Agrarpolitik basiert auf Quantität vor Qualität. Gefördert wird nach Größe und Produktionsmenge. Kleine Betriebe bleiben immer auf der Strecke, bekommen nie die entsprechenden Förderungen, die sie brauchen um gesund wirtschaften zu können. Die Produktpreise sind seit Jahrzehnten auf selber Höhe aber gleichzeitig wird alles teurer.

Die Biolandwirtschaft, oft mit Direktvermarktung ist die letzte Möglichkeit den Betrieb aufrecht zu erhalten und ein Einkommen zu erwirtschaften. Wird das nicht unterstützt, kaufen Reiche die Höfe für Eigenjagd oder Chalet-Dörfer. Wollen wir das?

Ich fordere ein rasches Umdenken und entsprechende Maßnahmen hin zu einer enkeltauglichen Landwirtschaft, einer kleinstrukturierten Biolandwirtschaft.”

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